SZ 29.11.2010
„O-bm Ba-li“ erzählt eine afrikanische Liebe

(LAUPHEIM/sz) Mit einer Mischung aus traditioneller Chorliteratur, schönen alten Schlagern und einem märchenhaften, in Afrika angesiedelten Musical hat der Sängerbund Laupheim gut 700 Besuchern einen anregenden Konzertabend dargeboten. Das Kulturhaus war voll besetzt.
Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Manecke
Dr.Thomas Strobel hatte den erwartungsvollen Gästen „kein Adventskonzert, aber ein besonderes und anderes Konzert“ versprochen. Damit traf der Sängerbund-Vorsitzende ins Schwarze. Schon der Beginn des a capella-Konzerts war mit einem Mondaufgang eher ungewöhnlich. Der Abend sei der „Nacht und dem Dunkel“ gewidmet, erklärte Chorleiter Tobias Wahren einleitend; so sei es nur natürlich, zum Auftakt Matthias Claudius’ „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen. Was der Gemischte Chor denn auch mit guter Intonation und sauber artikulierend tat.
Auch in den folgenden Abendliedern, etwa mit Clemens Brentanos „Der Abend“ oder „Die Nachtigall“ von Felix Mendelssohn, zeigte sich der gut 50-köpfige Chor präsent und diszipliniert. Als Solistin überzeugte Jessica Miller in „Guten Abend, gute Nacht“ von Johannes Brahms und einem weiteren Titel mit leuchtend timbriertem, allerdings noch etwas unfertigem Sopran; die junge Künstlerin wird sich demnächst um einen Studienplatz für das Gesangsstudium bewerben. Überzeugend war auch Tobias Wahren als sprachgenau und humorvoll agierender Moderator.
Quietschbunt und fröhlich wurde es auf der Bühne mit dem Auftritt des Offenen Chors unter der Leitung von Sonja Besler. Man sang alte Schlager. Zunächst behauptete das quicklebendige Ensemble, es sei morgens immer müde, dann wünschten sich die Damen statt Schokolade lieber einen Mann und schließlich suchte der ganze Chor den Pariser Pigalle heim. Es folgte „Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“, alias Elfriede aus Wuppertal; das war einst ein Hit von Bill Ramsey, den die ganze Bundesrepublik sang. Die Chorversion war allerdings auch nicht schlecht. Vor der Pause wurde es schließlich noch kriminell – die Mimi nahm sich einen Krimi als Lektüre mit ins Bett und hörte sich vor dem Einschlafen den „Kriminaltango“ an.
1999 komponierte Tobias Wahren „O-bm Ba-li, ein afrikanisches Märchen für Erzähler, Trommler, Klavier und gemischten Chor“. Das Stück geht auf Wahrens Eindrücke während einer Reise nach Malawi zurück. Zu Beginn ziehen die speerbewaffneten Krieger des Gemischten Chors auf die in Abendrot getauchte Bühne und singen „Uh – a – hait“". Der Erzähler, ein „würdiger Afrikaner in reiferen Jahren“, wohl ein Dorfältester, tritt auf und erzählt in „etwas verschraubter Sprache“ die Geschichte von O-bm Mbemwes und seiner Liebsten Ba-li Ndala, eine Geschichte von Liebe und Nichtliebe, die nach etlichen Abenteuern und Verwicklungen doch noch gut endet. Diakon Ulli Körner gab den Dorfältesten mit überzeugender Sprachkultur und schönem Pathos, der Chor schmückte das dramatische Geschehen wohlklingend aus. Der Beifall für den spannenden Ausflug nach Afrika war nicht gering. |