SZ 23.11.2009
Konzert wird zur "wahren Freude"
(LAUPHEIM/güs) Er gilt als Glücksfall: Tobias Wahren, seit Januar 2008 musikalischer Leiter des Sängerbunds Laupheim. Seinem ausgezeichneten Ruf fügte er beim Jahreskonzert im Kulturhaus eine weitere Bestätigung seines Könnens und seiner Kreativität, aber auch seiner humorvollen, lebendigen Moderation hinzu.

Rund 450 Besucher quittierten die Leistungen der Sänger, Instrumentalisten und der Chorleiter am Schluss eines vergnüglichen und kontrastreichen Programms mit stehendem Applaus. Die Freunde der Chormusik kamen auf ihre Kosten, ihre Erwartungen wurden wohl in jeder Hinsicht erfüllt. Stellvertretend für die vielen zustimmenden Kommentare zufriedener Konzertgäste sei die Verbandschorleiterin des OCV, Anne-Regina Sieber, zitiert. "Es ist selten, dass man bei einem Konzert so deutlich merkt, dass die Sänger genau wissen, was sie singen."
In der Tat ging der Chor aus sich heraus, man spürte förmlich, dass ihm das Singen Spaß und Freude macht. Körpersprache und Mimik erhöhten die Aufmerksamkeit und Spannung der Hörer, die mit Beifall nicht geizten. Die Sänger folgten bereitwillig dem zupackenden, präzisen Dirigat ihres musikalischen Leiters Tobias Wahren. Fürwahr, das war eine wahre Freude. Im Pianisten Marcus McLaren hatte der Chor einen kongenialen Begleiter. Den Gesamteindruck komplettierten in ebenso überzeugender Weise die übrigen Instrumentalisten, wobei sich Michael Groner an der Klarinette besonders profilieren konnte.
Zum Gelingen dieses besonderen, schönen Konzerts trug im Kontrast zu den Darbietungen des Sängerbunds der "Offene Chor" bei. Was für Wahren gilt, trifft auch auf die musikalische Leiterin dieser rund 40-köpfigen Chorgruppe, Sonja Besler, zu. Als Musiklehrerin an der Städtischen Musikschule und an weiteren Bildungseinrichtungen und in Chören, aber auch als Solistin hat sie viel Erfahrung im Umgang mit Chören sammeln können. Einen weiteren Beweis dafür fügte sie mit dem geglückten Auftritt im Kulturhaus hinzu.
Sie hatte einen Zeitsprung in die 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewagt und sich für ein Medley der schwedischen Popgruppe "Abba" entschieden. Songs wie "Thank you for the music", "Dancing Queen", "I have a dream" und "Waterloo" waren eine Hommage an die weltweit wohl populärste Gruppe der 1970er- und frühen 1980er-Jahre, gewissermaßen aber auch ein Zugeständnis an den Musikgeschmack der jüngeren Konzertgäste.
Wo Musik sich frei entfaltet
Mit dem Klassiker " Wo Musik sich frei entfaltet" des großen Meisters Wolfgang Amadeus Mozart gelang dem gemischten Chor des Sängerbundes Cäcilia-Concordia ein trefflicher Auftakt. Die Kreativität Wahrens wurde spür- und hörbar beim folgenden Konzertteil, der das Publikum in die Zeit der Romantik entführte. Der Dichter Clemens Brentano hat Gefühls- und Gemütswelten in eine kunstreiche Sprache gekleidet.
Daraus sind eine Vielzahl von fröhlichen und melancholischen Gedichten und Texten entstanden; vier davon - "Oh kühler Wald", "Wenn ich ein Bettelmann wär", "Säusle liebe Mirte" und "Die lustigen Musikanten" - hat Tobias Wahren vertont und in melodiöse und gut singbare Musik gekleidet. Noch eine Schippe drauf legte der Chorleiter nach einer verdienten Konzertpause. In pfiffiger Manier, mit Showeinlagen gewürzt, unterhielt der Sängerbund mit einem beschwingten Potpourri aus der Feder des bei der älteren Generation unvergessenen Operetten- und Revuekomponisten Paul Linke (1866 bis 1946). Kostproben dieser beinahe ausgelassenen Unterhaltung waren die Evergreens, die die "Berliner Luft", "Rosen, Tulpen, Nelken", "Glühwürmchen flimmere", "Die einzige Liebe im Weltgetriebe" besangen und schließlich final dazu aufmunterten: "Lasst den Kopf nicht hängen". Dazu hatten Ausführende und Zuhörer am Konzertende wirklich nicht den geringsten Grund.
50 Jahre Chorleiter: Verband zeichnet Josef Straka aus
(u/sz) Eine besondere Überraschng ist dem Sängerbnd Lapheim bei seinem Jahreskonzert am Samstag gelngen: Josef Straka wrde für 50-jährige Chorleitertätigkeit vom Detschen Chorverband (DCV) mit der Chorleiter-Ehrennadel mit Urknde ausgezeichnet.

Die hochkarätige Ehrung nahm in bemerkenswert erfrischender Art die Verbandschorleiterin Anne- Regina Sieber vom Oberschwäbischen Chorverband (OCV) vor. Sie beglückwünschte den ehemaligen, langjährigen Gauchormeister und dankte ihm für das beispielhafte Engagement.
Aus seinem reichen Schaffen griff die Laudatorin ein paar kulturelle Höhepunkte und Kostbarkeiten heraus, die den musikalischen Weg von Josef Straka markieren. In Erinnerung gerufen wurden die zahlreichen exzellenten Konzerte und Chorprojekte wie etwa "Die Schöpfung" von Joseph Haydn zum Gauchorfest 1972, "Die Jahreszeiten" zur 1200-Jahr-Feier der Stadt Laupheim, "Die Nikolai-Messe" im Jahr 1989 sowie eine Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart zu dessen 200. Todestag.
Ebenso dankbar blickt der Sängerbund auf die Komponistentätigkeit Strakas zurück, der von der Stadt Laup\-heim 1994 zum Chordirektor ernannt wurde. "Unsere liebe kleine Stadt", "Mir Baura send a Volk": Seit 1982 bis zum heutigen Tag ist Josef Straka Dirigent des "Baltringer Haufens", der fester Bestandteil des Kinder- und Heimatfestes ist. Die Liste seiner Aktivitäten auf und neben der Konzertbühne und seiner Auszeichnungen ließe sich fortsetzen, zumal Straka lange Zeit auch bei anderen Chören, etwa beim MGV Langenschemmern/Aufhofen (1963 bis 1961) im Wortsinne den Ton angab.
"Durch die Blume" bedankte sich der Sängerbund-Vorsitzende Dr. Thomas Strobel auch bei der Ehefrau des Jubilars, die ebenfalls viele Jahre unter dem Dirigat ihres Mannes eine zuverlässige Sängerin war.(te) |