SZ 14.07.2008
Der Sängerbund begrüßt illustre Gäste
Von Margot Müller
Vor dem Konzert haben sich im unteren Geschoss des Kulturhauses zahlreiche geladene Gäste auf den Abend eingestimmt. Der vom Sängerbund betreute Schülerchor der Anna-von-Freyberg-Grundschule, geführt von Jennifer Müller, sorgte mit lustigen Texten und Liedern rund ums Gemüse und weiteres Essbares für Unterhaltung.
Zu den Gästen zählten unter anderen die Europa-Abgeordnete Elisabeth Jeggle, Franz Romer, Mitglied des Bundestags, der Landtagsabgeordnete Peter Schneider, Landrat Dr. Heiko Schmid und der stellvertretende Vorsitzende des Oberschwäbischen Sängerbunds, Erwin Gehring.
Der "Sängebund"-Vorsitzende Dr. Thomas Strobel begrüßte die Gäste. Bürgermeisterin Monika Sitter - seit kurzem passives Mitglied des Chores - überreichte ihm ein Bild und einen Scheck. Auch Landrat Schmid war nicht mit leeren Händen erschienen und ließ einen Scheck zurück.
Erwin Gehring gratulierte mit einer Urkunde und ehrte Josef Fritsch, der 25 Jahre lang, 20 davon auch als Vorsitzender, dem Verein gedient hat. Er bekam die Goldene Ehrennadel des Oberschwäbischen Sängergaus. Erwin Wohnhaas wurde ein besonderer Dank des Sängerbunds zuteil für die sehr informative Gestaltung der Festschrift, die die Geschichte der Singgemeinschaft von 1858 bis heute in Text und Bild dokumentiert. In Erinnerung bleiben wird vor allem Sonja Besler das denkwürdige Jubiläum: Sie erhielt vom ganzen Saal ein Geburtstagsständchen gesungen.
SZ 17.06.2008
Seit langem singen sie mit einer Stimme
LAUPHEIM - Der älteste Verein Laupheims feiert Geburtstag: 150 Jahre reichen die Wurzeln des Sängerbunds "Cäcilia-Concordia" zurück. Erwin Wohnhaas hat in den Annalen geforscht. In einer Festschrift zum Jubiläumskonzert am 12. Juli nimmt er seine Leser mit auf eine kurzweilige Zeitreise durch den Chorgesang.
Von unserem Redakteur Roland Ray
Das Jahr 1858 war wegweisend für das Singen in Laupheim. Im Abstand von wenigen Wochen wurden zwei Vereine gegründet, die sich - in den Worten des Stadtchronisten August Schenzinger - anschickten, "die sangeslustige Männerwelt zu sammeln, um das deutsche Lied zu pflegen und dem Kunstgesang eine Stätte zu bereiten". Die um zwei Monate ältere "Cäcilia" rekrutierte sich aus dem Bürgertum, die "Concordia" vielfach aus dem Arbeiterstand. Beide Vereine strebten danach, preisgekrönt von Liederfesten heimzukehren. Beide hoben 1928 einen Frauenchor aus der Taufe.
Vier Jahre später fanden "Cäcilia" und "Concordia" zueinander, was zunächst mehr den Zeitläuften als inniger Überzeugung geschuldet war. Die deutsche Wirtschaft lag darnieder und beiden Vereinen fehlten die Mittel, um 1933 auf sich allein gestellt ein Fest zum 75. Geburtstag zu stemmen. So bündelte man also die Ressourcen, plante und feierte gemeinsam - und kam wenige Wochen nach dem Jubiläum, am 12. September 1933, bei einer Versammlung im "Post"-Saal mehrheitlich überein, sich künftig im Sängerbund Laupheim zusammenzutun. "Die gemeinsamen Singstunden vor dem Jubiläum scheinen das ihrige dazu beigetragen zu haben, dass der Verschmelzungsprozess so rasch voranschreiten konnte", schreibt Erwin Wohnhaas. Den Vorsitz im Sängerbund übernahm der "Cäcilia"-Präses Paul Kekeisen, die musikalische Leitung der bisherige "Concordia"-Dirigent Otto Lex.
Feste Größe in Oberschwaben
Der Zweite Weltkrieg ließ den Chorgesang auch in Laupheim verstummen. 1947 wurde der Sängerbund mit dem Segen der französischen Militärregierung neu gegründet. Unter dem Dirigenten Franz Lauber entwickelte sich rasch wieder eine der größten Chor-gemeinschaften Oberschwabens, mit weit über 100 Konzertstimmen.
Zum 100-jährigen Bestehen von "Cäcilia" und "Concordia" verlieh der Bundespräsident Theodor Heuss dem Sängerbund 1958 die "Zelter-Plakette"; sie würdigte die "Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volkslieds".
1969 feierten die Laupheimer 100 Jahre Stadterhebung. Der Sängerbund gab ein eigens zu diesem Anlass gestaltetes "Festliches Konzert". Ebenfalls 1969 begann die Ära des späteren Gauchormeisters Josef Straka. In seine Zeit fallen die Ausrichtung des Oberschwaben-Gauchorfests (1972), die Aufführung des Haydn-Oratoriums "Die Jahreszeiten" anlässlich der Laupheimer 1200-Jahr-Feier (1978) und die Gründung des Baltringer Haufens (1981) als Traditionsgruppe beim Heimatfest. Übrigens: Noch bis in jene Zeit probten Männer und Frauen, wenn nicht gerade ein Konzert anstand, getrennt.
Aktuell hat der Sängerbund einen Gemischten Chor mit 55 Aktiven und einen rund 30-köpfigen Offenen Chor; annähernd 100 der insgesamt 350 Vereinsmitglieder wirken im Baltringer Haufen mit. Der Gemischte Chor "ist noch immer das Herzstück des Vereins", sagt Erwin Wohnhaas. Wie alle Gesangsvereine habe freilich auch der Sängerbund Laupheim ein Nachwuchsproblem. Auf einen eigenen Kinder- und Jugendchor verzichte man gleichwohl mit Blick auf die "tolle Arbeit", die auf diesem Feld im Besonderen von der Musikschule Gregorianum geleistet werde.
Mit dem Offenen Chor, in dem jedermann mitsingen kann, ohne sich längerfristig binden zu müssen, hoffte der Verein den Erfordernissen der Zeit zu genügen und sich zu verjüngen. Dieses Ziel habe man bisher nur zum Teil erreicht, berichtet Wohnhaas, doch sei der Offene Chor nach wie vor ein Hoffnungsträger. In einer Kooperation betreut der Sängerbund außerdem den Schülerchor der Anna-von-Freyberg-Grundschule. Seit Januar 2008 ist Tobias Wahren musikalischer Leiter und Dr. Thomas Strobel Vorsitzender.
www.singen-und-stimme.de, 05.08.2008
Jubiläum 150 Jahre Sängerbund „Cäcilia-Concordia“ Laupheim
Autor: Schmid
150 Jahre Sängerbund Laupheim, einwahrlich bemerkenswertes Ereignis, das am Samstag, 12. Juli im Kulturhaus Schloß Großlaupheim gebührend gefeiert worden ist. Gemischter und Offener Chor gaben ihr Bestes, um das Jubiläumskonzert im voll besetzten Kulturhaus zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.Nach einem Empfang für geladene Gäste füllte sich der Saal des Kulturhauses rasch mit erwartungsfrohen Gästen und Freunden der Chormusik, die es sich nicht nehmen lassen wollten, dem wohl ältesten Verein der Stadt ihre Anerkennung zu zollen. Der Gemischte Chor und das Laupheimer Kammerorchester unter der Gesamtleitung von Tobias Wahren verbreiteten mit „Musik aus 150 Jahren Sängerbund“ eine dem Anlass entsprechende Stimmung. Der Offene Chor unter der Leitung von Sonja Besler betrat „Rise and Shine“ singend und swingend vom Foyer her die Bühne. Eine Band begleitete das sehr ausgewogene und anspruchsvolle Gospel. Besonders beeindruckte das abwechslungsreiche Medley aus A.L.Webbers Musical „Joseph“, das mit Begeisterung aufgenommen wurde. In der Pause unterhielt das Laupheimer Spielvolk mit Musik aus der Renaissance mit Drehleier, Blockflöte, Trommel, Dudelsack, Cister und Mandola die Gäste. Der Baltringer Haufen, ebenfalls ein Teil des Sängerbundes, sorgte während des gesamten Festes für Speis und Trank.
Nach der Pause nahm der Gemischte Chor mit seinem Chorleiter Tobias Wahren und dem in Ulm ansässigen Neuseeländer Marcus McLaren am meisterhaft gespielten Flügel die Zuhörer auf eine sehr amüsante Reise durch Europa mit. Überwiegend bekannte Volkslieder aus Dänemark, Deutschland, England, Irland, Frankreich, der Schweiz und Österreich, Italien, Griechenland, Rumänien, Polen und Russland in einer Zusammenstellung und Bearbeitung von Willy Trapp bewegten und erheiterten die Gemüter. Kinder vom Schülerchor der Anna-von-Freyberg-Grundschule Laupheim, die bereits beim Stehempfang ihren Auftritt hatten und vom Sängerbund in Kooperation betreut sind, führten mit Flaggenplakaten die jeweiligen Landesfarben vor Augen. Die humorvollen Erläuterungen von Tobias Wahren, die szenischen und tänzerischen Elemente mit Verkleidungen, und vor allem die Engagement der Akteure, die die Sätze mit sichtbarer Freude und gekonnt interpretierten, machten diesen Programmteil zu einem weiteren Höhepunkt des Abends. Applaus, gleichermaßen stark wie verdient, würdigten den Einsatz aller an diesem Sängerfest Beteiligten. |